Zwei Varianten führen zum Ziel: Die Trocken- und die Feuchtreinigung. Die ebenfalls mögliche Nassreinigung, die nach der gleichen Methode wie oben beschrieben funktioniert, beschreiben wir hier nicht, weil sie – richtige Pflege vorausgesetzt – nicht notwendig ist.

Die Trockenreinigung geschieht durch einfaches Abbürsten des Staubs. Bei Büroschuhen ist diese Art der Reinigung mit der Rosshaarbürste normalerweise ausreichend. Freunde gründlicher Schuhpflege lehnen das Staubbürsten ab und wischen mit einem zuvor mit leicht warmen Wasser angefeuchteten Lappen (haushaltsübliches Spültuch) den zuvor vom Schnürband befreiten Schuh sorgfältig, erst von außen, dann mit umgeschlagenem Tuch auch von innen ab. Wenn Sie Ihre Schuhe im Wohnbereich aufbewahren, schadet auch ein Abwischen der Laufsohle nicht. Theoretisch hat das feucht-nasse Abreiben den Vorteil, dass oberflächliche Schweißablagerungen vom Futter entfernt werden und eventuell harte Staubkörnchen das Oberleder nicht zerkratzen. Das nasse Tuch sorgt gleichzeitig für einen feuchten Außenschaft. Ein Effekt, der für einen stärkeren Tiefzug des nun direkt im Anschluss aufzutragenden Pflegemittels sorgt.

Lederstiefel, Herrenstiefel in der Farbe SchwarzDas beste Pflegemittel für einen Lederschaft war, ist und bleibt die klassische Palmen- wachsschuhcreme. Diesen Pflegemitteltyp gibt es von verschie- denen Herstellern seit Alters her. Erfunden und optimiert wurde das Grundrezept in den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Erst später, suchte man aus Gründen der Mangelwirtschaft nach preiswerteren Alternativen und erfand die heutzutage wieder verbreiteten Cremes in Tuben und Tiegeln. Was unter- scheidet diese Pro- dukte (unerheblich von welchem Herstel- ler sie stammen) von der Palmenwachs- creme? Vereinfacht gesagt, wird bei diesen „modernen“ Präparaten ein Teil des Lösemittels durch Wasser ersetzt. Ja, Sie haben richtig gelesen: Wasser. Das macht zwar die Creme in der Herstel- lung billiger aber zu- gleich in der Wirkung schlechter. Die insge- samt schlechteren Eigenschaften ver- suchen die Hersteller durch das Optimieren einzelner pflegerele- vanter Merkmale wieder auszugleichen. Doch wenn auf diese Weise dann beispielsweise die Wasser abweisende Wirkung verbessert wird, verschlechtert sich gleichzeitig eine andere Eigenschaft, zum Beispiel die Glanzbeständigkeit. Das verhindert, dass ein einziges dieser Mittel eine optimale Rundum- Schuhpflege erlaubt. Die Folge: Es gibt inzwischen eine verwirrende Vielzahl unterschiedlicher Pflegemittel, jedes mit einer jeweils optimierten und von der Werbung hervorgehobenen Eigenschaft (das eine für die Lederreinigung, das andere für die Nahrung, ein drittes für die Imprägnierung und ein viertes für die Glanzwirkung usw.). Dem verunsicherten Kunden versucht man dann weis zu machen, dass die Vielzahl der heutigen Leder diese Menge unterschiedlicher Pflegemittel erfordern würde.

Merkwürdig; wie erklärt es sich dann, dass Schuhkenner und Profis gleicher- maßen ihre Schuhe fast ausschließlich nur mit einem einzigen Präparat pflegen – einer Hartwachspaste aus der flachen Blechdose!? Weshalb soll man mehrere Mittel kaufen, wenn doch ein einziges alle die gewünschten Eigenschaften hat? Die Blechdose ist übrigens ein untrügliches Kennzeichen aller Hartwachscremes, egal von welcher Marke. Die anderen Cremes, die mit Wasser als Lösemittel, würden die Metalldose rosten lassen, weshalb sie nur in Tuben oder Tiegel angeboten werden. Ein weiteres Erkennungszeichen dieser vermeidbaren Präparate ist die oft angepriesene Lösemittelfreiheit. Was vordergründig nach Umweltschutz klingt, hat für die Schuh pflege jedoch nur Nachteile. Und der Umweltaspekt ist auch nicht stichhaltig: Wenn Sie eine einzige Autotankfüllung Benzin verfahren, haben Sie mehr „Lösemittel“ verbraucht, als eine Großfamilie es zeit ihres Lebens mit lösemittelhaltiger Schuhcreme könnte.

Gerade das Lösemittel macht die Palmenwachsschuhcreme von BURGOL so überragend gut im Vergleich mit den Hartwachscremes anderer Hersteller. Wo diese nämlich auf billigeres Benzin als Lösemittel ausweichen, verwendet BURGOL nach wie vor das teurere aber bestens bewährte Balsamterpentinöl. Beim Auftragen der Schuhcreme bewirkt dieses, auch in der Medizin zum Einsatz kommende Öl, eine optimale Nachreinigung, indem es die verbrauchten Wachsreste auf dem Leder samt der darin eingelagerten Schmutzteilchen löst. Zugleich sorgt es für ein besseres Eindringen des Pflegemittels in das Leder und eine optimale Haftung daran. Dadurch wird eine unerwünschte Anreicherung mehrerer Wachsschichten vermieden; der von billigen minderwertigen Cremes bekannte so genannte Graubruch ist unmöglich und die Atmungsaktivität des Schafts bleibt voll erhalten. Ein weiterer Vorteil der Pflege mit Hartwachscreme ist die Schutzschicht auf dem Leder. Die natürlichen Wachse auf den Blättern der Karnauba-Palme gelten bis heute als das härteste und teuerste Wachs. Und das macht die BURGOL Creme so wertvoll. Denn eben dieses Wachs, verdünnt und beim Auftrag dank des Terpentinöls optimal zu dosieren, schützt in Form einer unsichtbaren hauchdünnen Schicht das Oberleder gegen chemische und mechanische Einflüsse. Wasser perlt ab und viele kleinere Stöße, wie sie beim Tragen von Schuhen unvermeidlich sind, prallen daran ab. Und wer seine Schuhe farblich auffrischen will, wird sich über die Farbintensität der Palmenwachscreme freuen. Wir haben BURGOL dazu mit Hartwachscremes anderer Marken verglichen und festgestellt, dass BURGOL auch in dieser Beziehung andere Pflegemittel hinter sich lässt. Für Ihre mit BURGOL gepflegten Schuhe bringt das nicht nur eine größere Farbtiefe.

Diesen Vergleich können Sie problemlos nachmachen. Sie brauchen dazu nur verschiedene Dosencremes, einen Lappen und ein weißes Blatt Papier. Schreiben Sie auf das Blatt die Namen oder Marken der Hartwachspasten. Dann streichen sie mit der Zeigefingerspitze ohne viel Druck über die erste Creme und wischen diese anschließend an der betreffenden Stelle mit dem Finger auf das Papier. Mit dem sauber gewischten Fingen wiederholen Sie das mit den anderen Cremes. Wir waren verblüfft, als wir feststellen mussten, das die meisten Cremes mehr grau als schwarz zu sein schienen. Und noch etwas werden Sie bei dem kleinen Vergleichstest bemerken: Die Dosierung der Cremes ist bei einigen Marken einfach bei anderen sehr schwierig. Auch in dieser Disziplin schneidet BURGOL dank des natürlichen Lösemittels Terpentinöl überragend ab.

Fazit: Es gibt kein Schuhpflegemittel, welches einen höheren und beständigeren Glanz erzielt, als die gute alte Hartwachscreme in der Blechdose. Und es gibt auch kein anderes Pflegemittel, welches dem Leder einen besseren Rundumschutz (inklusive Wasserdichtigkeit) bietet, als es die Palmenwachscreme vermag. Und kennen Sie ein Pflegemittel mit einer besseren Dosierbarkeit und einem besseren Preis-Leistungs- Verhältnis? Unsere Versuche ergaben einen mittleren Verbrauchswert von nur ¼ Gramm Pflegemittel pro Schuhpaar. Da können Sie sich leicht ausrechnen, wie weit Sie mit einer Dose BURGOL kommen: Mit der Palmenwachscreme einer einzigen Dose pflegen Sie mehr als 200 Paar Schuhe! In Worten: zweihundert.

Zum Eincremen der Schuhe nehmen Sie einen fusselfreien (= mehrmals gewaschenen) Baumwolllappen. Wer hierfür keine Staubtücher oder ähnliche verwenden möchte, kann auch einfach aus Bettwäsche, Geschirrtüchern oder alten T-Shirts passende Lappen schneiden. Achten Sie auf eine ausreichende Größe. Zwei- oder dreilagig zusammengefaltet sollten sie immer noch groß genug sein, dass Sie das Tuch, um einen oder zwei Finger gewickelt und den Rest in der Handfläche zusammengeknüllt, ohne Verkrampfung halten können. Wer lieber mit einer Auftragbürste arbeitet sollte auf eine ausreichende Stiellänge und Naturhaarbestückung achten. Doch bedenken Sie, dass Ihre Fingerspitzen Ihnen ein besseres Gefühl beim Einreiben des Leders geben, als es eine Bürste vermag und mit der Bürste spritzt leicht etwas Creme unkontrolliert in der Gegend herum.

Wer Sorge hat, dass Schuhcreme seine Hände beschmutzt (was beim Einsatz einer Auftragbürste natürlich so gut wie ausgeschlossen ist), dem sei gesagt, dass mit normaler Handwaschseife und einer Nagelbürste die Verschmutzung in wenigen Sekunden zu beseitigen ist. Ansonsten (starker Durchschlag durch den Lappen, lange Fingernägel) vermag ein (oder zwei) von einem Haushaltshandschuh abgeschnittener Finger(-ling) Ärgernisse dieser Art zu vermeiden. Wen es nicht stört an den Händen zu schwitzen kann auch dünne Latexhandschuhe (Laborhandschuhe, „Aids- Handschuhe“) zum Schutz tragen.

Ein Hinweis zur Farbwahl. In den seltensten Fällen werden Sie ein im Farbton exakt passende Creme finden. Kleinere Abweichungen sind also völlig normal und normalerweise nicht schlimm. Im Gegen- teil. Durch den Auftrag einer etwas dunkleren Creme entsteht nach und nach die unter Schuhfreunden so beliebte Patina, die dem Leder ein sehr edles Aussehen verleiht. Nehmen Sie also ein klein wenig der passenden (oder leicht dunkleren) BURGOL Creme mit dem Tuch an ihren Fingerspitzen auf und verreiben es, die andere Hand im Schuh, sanft auf dessen Oberfläche. Im Übrigen verändern neue Lederschuhe in den ersten Monaten durch Einwirkung des UVLichts ihren Farbton. Dadurch wird die anfangs hundertprozentig passende Creme schon in wenigen Wochen zu hell sein. Und auch in den Fällen, wo ein Paar Schuhe farblich exakt zum Farbton der Handtasche passen sollen, fallen minimale Farbabweichungen nicht auf. Weil immer ein gewisser Abstand zwischen beiden Objekten besteht müsste das Auge aus der Nähe vergleichend hin und her wandern und aus der Entfernung, wenn beides gleichzeitig mit einem Blick erfasst wird, sind Nuancen des farblichen Unterschieds nicht auszumachen. Trotzdem empfiehlt es sich in (vermeintlich) problematischen Fällen den Rat eines erfahrenen Schuhmachers einzuholen. Er kann im konkreten Einzelfall beurteilen, ob eine farblose Palmenwachscreme verwendet werden kann, besser eine Ledermilch (siehe unten) genommen werden sollte, oder eine eigene Farbmischung angefertigt werden soll (siehe Pflegeteil zur Schuhkosmetik).

Wer noch über wenig Erfahrung bei der Schuhpflege verfügt, ist im Zweifelsfall auch gut beraten die Wirkung eines Pflegemittels zunächst erst an einer unauffälligen Stelle (zum Beispiel auf der durch die Schnürung weitgehend verdeckten Zunge) zu testen.

Die wichtigste Regel beim Auftrag einer Schuhcreme lautet: So wenig wie möglich. Gerade Neulinge in Sachen guter Schuhpflege neigen zu einem viel zu reichlichen Auftrag. Ein hauchdünner Auftrag, erkennbar an der sogleich matt werdenden Lederoberfläche, ist vollkommen ausreichend. Wenn Sie zu viel auftragen, erschweren Sie sich später das Polieren, verringern unnötig die Atmungsaktivität und das Pflegeergebnis wird dadurch nicht besser. Nehmen Sie deshalb lieber mehrmals etwas Creme auf, als mit einem mal viel Pflegemittel. Indem Sie dann nach und nach den ganzen Schaft einreiben, sorgen Sie für einen optimal dünnen Auftrag.

Falls die Absatzbrust und das Sohlengelenk (die Vorderseite des Absatzes und der Bereich zwischen Absatz und Ballenauftrittslinie) in der Oberlederfarbe eingefärbt sind, sollte die Schuhcreme hier ebenfalls aufgetragen werden. Sonst verwenden Sie für diesen Part die farblose BURGOL-Creme. Es sieht nicht nur gut aus, wenn beim Übereinanderschlagen der Beine dieser Sohlenteil sichtbar wird, sondern schützt zugleich vor einer Versprödung und einem unschönen Fleckigwerden des Leders dort. Die Creme gehört nur auf den „schwebenden“ Sohlenbereich und dort auch gut poliert, um einerseits die Neuanschmutzung gering und unfreiwillige Fleckenmuster von Teppichböden fern zu halten.

Auch der Sohlenrand und die Außenfläche des Absatzes bedürfen des Wachsschutzes und -versiegelung mit anschließender Politur. Gerade an der Schuhspitze stößt sich bei dunkel gefärbten Rändern leicht die eingelassene Farbe ab und das helle pflanzlich gegerbte Leder wird sichtbar. Um diesem ungepflegt wirkenden Erscheinungsbild Abhilfe zu schaffen, ist die bereits erwähnte hohe Farbintensität der BURGOL-Creme von Vorteil. Neben der schwarzen Palmenwachscreme ist auch noch die Variante „braun stark färbend“ hierfür bestens geeignet. Vergessen Sie auch nicht den Schaft-Sohlenwinkel, also den Bereich wo der Schaft in den Schuhboden übergeht. In diese Kerbe reichen Sie am einfachsten mit einer weichen Zahnbürste hinein.

Wenn wir Ihnen hier ausschließlich die Hartwachscreme für die Pflege von Glattlederschäften empfehlen, so gibt es doch eine Einschränkung: Für die Pflege sehr heller offenporiger Glattleder sollten Sie statt einer Palmenwachsschuhcreme eine Ledermilch verwenden. Dieses für „heikle“ Leder gedachte Spezialpflegemittel, erhalten Sie bei jedem Schuhmacherbetrieb und in vielen Schuhgeschäften. Doch bedenken Sie, dass dieses Mittel dem Leder bei weitem nicht den Schutz und lang anhaltenden Glanz bietet wie die BURGOL-Palmenwachscreme, und gehen Sie besonders umsichtig mit diesen Schuhen um. Dieser Hinweis gilt nicht für weiße Schuhe mit Glattlederschaft.

Damit die Hartwachscreme ausreichend Zeit erhält in das Leder einzuziehen und das Wachs optimal aushärten kann, sollten die Schuhe mindestens eine halbe Stunde, besser sogar eine ganze Nacht lang, im mit Schuhcreme eingelassenen, matten Zustand ruhen. Wenn das Wachs genügend Zeit zum Aushärten bekommt, ist es leichter zu Polieren, der Schutz ist besser und der Glanz beständiger.

Nun werden die Schuhe poliert. Wir empfehlen hierfür den Einsatz einer kurz- haarigen Ziegenhaar- bürste. Die BURGOL Glanzbürsten aus Ziegenhaar sind in Handarbeit in Deutschland herge- stellt. Der längskon- vexe Holzgriff mit seitlichen Griffmulden ist aus heimischen Buchenholz gemacht und liegt ergonomisch bequem in der Hand. Mit lockerem Armschwung überstreichen Sie mit schnellen Bewegungen und ohne großen Druck die Lederoberfläche. Durch die besonders eng stehenden, nicht zu langen Haare (optimal sind um die 15 Millimeter sichtbare Haarlänge) entsteht beim Bürsten Wärme, das Wachs wird angeschmolzen, dadurch spiegelglatt und somit glänzend. Bei Einsatz der Ziegenhaarbürste besteht aufgrund der extrem weichen Ziegenhaare auch keine Gefahr neuerlicher feiner Haarriefen im Wachs, wie Rosshaarbürsten sie gelegentlich hinterlassen.

Wer es noch glänzender möchte, erreicht das mit einer Hochglanz- oder auch Wasserpolitur, die im Abschnitt über Schuhkosmetik beschrieben wird.

Quelle: http://www.burgol.de